Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren. Lk 17, 10 Die Leute sollen unsre Taten sehen! Man soll es wissen: Wir sind recht und gut... Es fällt uns schwer, dem Hochmut widerstehen; wir hören’s gern: „Was der so alles tut!” Es schmeichelt uns und ist oft Antrieb dessen, was unsre Hand, was unser Werk vollbringt. Auch sind wir schnell dabei, daß wir uns messen, mit unsrem Nächsten, dem das nicht gelingt. Wir täten gut daran, das zu erkennen: Was wir auch haben kommt von Gott uns her. Wir können „eigen” nichts und „unser” nennen, denn aus uns selbst sind Herz und Hände leer. Auch all mein Schaffen, noch die besten Taten sind nicht aus mir, weil ich so tüchtig bin. Der Segen Gottes läßt sie mir geraten, er schafft Gedeihen, gibt Erfolg und Sinn. Wo ich das weiß, läßt mich die Demut schweigen: Ich bin nur Knecht und aus mir selbst ein Nichts... und doch gewürdigt Gottes Kraft zu zeigen und Widerschein zu werden seines Lichts! Manfred Günther (Zum Sonntag „Septuagesimä“)